Tattooentfernung - Fallbeispiel
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Ein junger Mann spricht mit seinem Tätowierer.

Maik: Du, ich hab ein Problem. Ich wollte doch meine Ausbildung bei der Polizei beginnen. Jetzt sagen die mir, mit meinem Tattoo auf dem Unterarm kann ich das vergessen. Was soll ich denn jetzt machen? Hast Du eine Idee, wie ich das wieder los bekomme?
Tätowierer:  Ja, kannste Dir weglasern lassen.
Maik: Echt, wie geht denn das?
Tätowierer: Du musst ein paarmal hin, das Lasern tut auch weh.
Maik: Echt wieso?
Tätowierer: Der Laser erhitzt die Farbpigmente, die dadurch explodieren. Ein Teil wird direkt über die Haut herausgeschleudert. Da gibt es auch mal ein paar Krusten und es blutet punktuell, weil einige der Explosionen auch die winzigen Hautgefäße zerreißen. Ein Teil der Pigmente wird über die Lymphwege abtransportiert und einen Teil baut Dein Körper wieder ein. Es gibt Zellen, die das Pigment fressen und dann vor Ort liegen bleiben.
Maik: Ich finde es aber nicht grad toll, wenn es weh tut.
Tätowierer: Ja, schon, aber ich schicke Dich zu einem Hautarzt, der kann dann eine Betäubungscreme drauf machen, die eine Stunde unter Folie einwirkt. Damit kann man es ertragen. Es knallt ganz schön wenn man die Laserimpulse hört. Und der Arzt soll parallel und danach kühlen.
Maik: Wie und dann ist es gut?
Tätowierer: Naja, Du musst halt ein paarmal hin. Mein Tattoo ist ein Profitattoo, da musst Du schon 8–15 Termine rechnen und dazwischen immer vier Wochen Pause machen. Und weißt Du, da ist ja auch Rot, Grün und Gelb mit drin, das ist nicht so leicht wegzulasern. Wird man mal sehen, ob alles weggeht. Aber sei froh, die schwarze Farbe, das ich verwende, lässt sich gut weglasern. Manche Kollegen verwenden ein Schwarz, das beim Lasern braun wird und das ist dann oft richtig hartnäckig. Meine Farbe war purer Stoff.
Maik: Was macht man denn, wenn es nicht ganz weggeht?
Tätowierer: Ej Alter, abschleifen oder rausschneiden. Da gibt’s aber Narben, denn das geht ja tief.

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Rot ist ein gefährlicher Farbstoff, der am häufigsten von allen Farbgemischen zu Unverträglichkeitsreaktionen führt. Im Fall einer Laserbehandlung werden die enthaltenen Azofarbstoffe gespalten und Nitroaniline freigesetzt. Diese sind giftig und krebserregend. Auch das Freisetzen gespalteter Farbpigmente unter der Laserbehandlung kann zu allergischen Reaktionen führen. Diese Reaktionen können so massiv sein, dass eine Notfallbehandlung durch einen Arzt notwendig wird. Nicht zuletzt sollten Tattoos nur durch ärztliche Hand und nicht durch sogenannte Lasertherapeuten, Heilpraktiker oder angelernte nicht medizinische Behandler erfolgen.

Übrigens werden verschiedene Lasersysteme mit unterschiedlichen Wellenlängen zum Entfernen der Tätowierungen eingesetzt. Einige wirken besser bei bunten, andere besser bei schwarzen Tattoos. Optimal ist, wenn der Behandler das gesamte Spektrum an Wellenlängen und Lasern zur Verfügung hat.
Wenn ein Permanent-Make-up nicht gut geworden ist oder nicht mehr dem Geschmack der Trägerin oder des Trägers entspricht, ist das sehr ärgerlich. Damit die Entfernung gut gelingt, sollte unbedingt mit einer Probelaserung begonnen werden. Es besteht die Gefahr des Farbumschlags bei Eisenoxid und Titandioxid. Der ursprüngliche Farbton kann plötzlich in Grün, Braun und Schwarz umschlagen. Diese Farbtöne sprechen manchmal auf eine weitere Laserbehandlung nicht mehr an. Solche Farbumschläge führen im schlimmsten Fall sogar zu einer Verfärbung der ableitenden Lymphwege. Im Gesicht ist dies sehr belastend und entstellend.

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