Krampfadern - Ein rein kosmetisches Problem?
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Krampfadern - Ein rein kosmetisches Problem?

Was sind Krampfadern eigentlich, woher dieser seltsame Name? Er entstammt dem altdeutschen krimpfan – krümmen und bedeutet so viel wie Krummadern. Es handelt sich um erweiterte Venen. Das sind die Blutgefäße, die das Sauerstoff entsättigte Blut Richtung Herz zurücktransportieren. Wenn die Venenklappen nicht mehr richtig schließen können und der Blutfluss nicht mehr allein in Herzrichtung geht, sondern in Wirbeln verläuft und das Blut durch ständiges Zurückfließen letztendlich zu einer Stauung führt, spricht man von Krampfadern.

Das oberflächliche Beinvenensystem besteht aus zwei Stammvenen, der Vena saphena magna und der Vena saphena parva. Die Vena saphena magna kann man vor dem inneren Fußknöchel ertasten, sie führt dann am Unterschenkel an der Innenseite entlang, über den Oberschenkel und mündet in der Leiste in die tiefe Beinvene. Die Vena saphena parva führt von der Wadenmitte entlang bis in die Kniekehle und mündet dort in die tiefe Beinvene. Vena saphena magna und Vena saphena parva haben noch zahlreiche Seitenäste rund um Oberschenkel und Unterschenkel sowie der Füße. Sie sind über Brückenvenen miteinander verbunden. Auch in die Tiefe gibt es Kurzschlussverbindungen, die die Muskulatur durchstoßenden Perforansvenen. Die Beinvenen tragen Venenklappen.

Durch Aussackungen der Venenwände können diese Klappen nicht mehr richtig schließen. Eigentlich sollen sie verhindern, dass das Richtung Herz transportierte Blut nicht gleich wieder der Schwerkraft folgend nach unten absackt. Wenn Venenklappe sich nicht mehr vollständig schließen können, kann Blut durch sie hindurch wieder nach unten absacken. Dies führt zu einer Volumenüberlastung der darunter liegenden Beinvenenabschnitte mit der Folge, dass die Venenwände noch weiter auseinander gedrückt werden. Es entwickelt sich eine Stauung in den Beinvenen. Wasser wird aus den Gefäßen abgepresst und tritt ins umliegende Gewebe aus. Dort kommt es dann zum Ödem, also Wassereinlagerungen in den Beinen und Füssen. Nach langem Stehen fühlen Betroffene dicke und schwere Füße.

Das Pendant zu Venen sind Arterien. Sie sind die Schlagadern und transportieren das frisch mit Sauerstoff angereicherte Blut vom Herzen in alle Körperteile.

Krampfaderleidenhaben also nichts mit arteriellen, sondern venösen Durchblutungsstörungen zu tun. Krampfadern betreffen mehr Frauen als Männer. Manche Betroffene leiden zusätzlich unter Hämorrhoiden und Plattfüßen.