Leberflecken-Check
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Leberflecken-Check

Es ist nützlich, Leberflecken regelmäßig durch einen Hautarzt untersuchen zu lassen. Auch die Selbstuntersuchung oder die Untersuchung des Partners kann Leben retten.

Mann: Kannst du mir mal den Rücken kratzen?
Frau: Ja gerne mein Schatz. Oh was ist denn das? Hast du den Fleck da schon lange?
Mann: Welchen meinst du?
Frau: Na der hier genau in der Mitte des Rückens. Er ist sehr dunkel und steht ab, der ist mir bisher gar nicht aufgefallen.
Mann: Ich habe gestern beim Abtrocknen Blut im Handtuch festgestellt. Ich glaub ich muss mal dringend zum Hautarzt gehen.
Hautarzt: Machen Sie sich keine Sorgen, das ist weder ein Leberfleck noch ist es Hautkrebs. Es handelt sich um eine Alterswarze. Die nennen wir Hautärzte seborrhoische Keratosen, die können sehr dramatisch aussehen. Sie sind braun-schwarz-grau und bröckeln manchmal ab, oder wie bei Ihnen, sie reißen ab und bluten, wenn man sich abtrocknet. Trotzdem ist es gut, dass Sie das gezeigt haben, denn es kann auch ein schwarzer Hautkrebs hinter einer so dunklen Stelle stecken. Aber Sie haben Glück, diese Alterswarze können wir oberflächlich abtragen, dann macht sie Ihnen keine Beschwerden mehr. Man kann sie aber auch belassen, denn sie entartet niemals.
Bitte gehen Sie einmal im Jahr zur Hautkrebs-Vorsorge. Sie haben nämlich einige sehr scheckige Leberflecken, die man beobachten muss. Auf Ihrer rechten Pobacke ist ein sehr dunkler Leberfleck, mit einem unter dem Mikroskop sichtbaren irregulären Muster. Dieser Leberfleck sollte bei Ihrem nächsten Besuch vorsorglich entfernt werden, damit er nicht entarten kann.

Die ABCDE-Regel

  • A: Asymmetry (Asymmetrie): nicht symmetrisch, beispielsweise nicht rund oder oval,
  • B: Border (Begrenzung): unregelmäßig oder unscharf,
  • C:Colour (Farbe): unterschiedlich starke Pigmentierung, Mehrfarbigkeit,
  • D: Diameter (Durchmesser): größer als 5 mm,
  • E: Evolution (Erhabenheit/Entwicklung): neu und in kurzer Zeit entstanden auf sonst flachem Grund.


Die ABCDE-Regeln sehr einfach zu überprüfende Regeln, die man auf einen einzelnen Pigmentfleck anwenden kann. Treffen mehrere dieser Kriterien zu, kann es sich um einen atypischen, also Risiko-Leberfleck handeln und im schlimmsten Fall auch um einen schwarzen Hautkrebs. Bei verdächtigen Leberflecken ist der Gang zum Hautarzt unerlässlich. Je früher ein schwarzer Hautkrebs diagnostiziert wird, desto besser ist er heilbar. Die Prognose für schwarzen Hautkrebs (malignes Melanom), der dünner als 1 mm ist, ist sehr gut. Dickere Melanome haben dagegen oft schon Anschluss an Blutgefäße und Lymphgefäße gefunden, sind in sie eingebrochen und haben somit ein hohes Metastasierungsrisiko.

Ist ein Leberfleck auffällig, nennt man ihn atypisch, und sollte ihn unter Umständen durch den Hautarzt entfernen oder zumindest in regelmäßigen Abständen beobachten lassen. Der Hautarzt kann mittels Auflichtmikroskop die Feinstruktur der Leberfleckzellen in zehnfacher Vergrößerung analysieren. Die Entfernung eines Leberflecks erfolgt bei örtlicher Betäubung. Das Areal des Leberflecks wird allenfalls mit einer kleinen Nadel und ein wenig Lokalanästhetikum betäubt. Danach wird der Leberfleck heraus geschnitten und der Defekt mit wenigen Stichen genäht. Nach spätestens zwei Wochen können die Fäden gezogen werden, sofern nicht auflösbare Fäden verwendet wurden. Danach ist das Entartungsrisiko für den entfernten Leberfleck gebannt. Der entnommene Leberfleck wird dem Pathologen zugesandt, welcher sich das Gewebe unter dem Mikroskop ansieht. Er bestätigt häufig die klinische Diagnose eines atypischen Leberflecks, welcher dann als dysplastischer Nävus bezeichnet wird.

Seit 2008 wird den gesetzlich Versicherten die Hautkrebsvorsorge ab einem Alter von 35 Jahren in zweijährigen Abständen von den Krankenkassen bezahlt. Einige Krankenkassen haben ihr Angebot zusätzlich auf 20-jährige Patienten ausgeweitet. Es konnte gezeigt werden, dass durch dieses Angebot verstärkt Hautkrebsfälle diagnostiziert werden. Die Sterblichkeit (Mortalität) beim schwarzen Hautkrebs ging aber deutlich zurück, da diese Hautkrebsart bei frühzeitiger Entdeckung durch operative Entfernung geheilt werden kann.

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