Amalgam-Unverträglichkeit: Diagnostik in Berlin

Bei Verdacht auf eine Amalgamallergie oder eine Quecksilberbelastung klärt die Praxis mit Epikutantest, Lymphozytentransformationstest sowie Blut- und Urinanalyse ab, ob Beschwerden mit Zahnfüllungen zusammenhängen.

Amalgam war über viele Jahrzehnte ein beliebtes Füllmaterial bei Zahndefekten. Es ist ein quecksilberhaltiges Zahnfüllmaterial, im Volksmund auch „Plombe“ genannt. Beim Entfernen alter Füllungen wird viel giftiges Quecksilber frei – aber auch ruhende, mit den Jahren porös gewordene Füllungen setzen ständig kleinste Mengen frei. Besonders belastet sind Zahnärzte selbst.

Es ist umstritten, inwieweit Amalgamfüllungen den Organismus tatsächlich belasten. Einige Probleme der Mundschleimhaut bessern sich allerdings, wenn alte Füllungen durch verträglichere Materialien ersetzt werden.

Bei unerklärbaren Beschwerden und Amalgamfüllungen kann es Sinn machen, an eine Amalgamallergie oder -vergiftung zu denken – beide werden oft verwechselt. Symptome einer schleichenden Vergiftung sind Abwehrschwäche, chronische Müdigkeit, Antriebsarmut, depressive Verstimmung und unspezifische Hautprobleme. Die Krankenkassen erkennen die Diagnose Amalgamvergiftung nicht an; eine nachweisbare Amalgamallergie kann dagegen zur Kostenübernahme einer Amalgamsanierung führen.

Amalgam-Allergie

Die Amalgam-Allergie ist eine Kontakt-Allergie und als Krankheit wissenschaftlich wie von den Krankenkassen anerkannt. Sie äußert sich vor allem an der Mundschleimhaut – durch chronische Entzündungen, Erosionen, Weißverfärbungen, Brennen und Wundsein –, seltener durch Hautveränderungen. Wird sie im Epikutantest (Pflastertest) nachgewiesen, zahlt die Krankenkasse die Zahn-Sanierung. Auch andere Zahnstoffe, Metalle und Füllmaterialien sollten mit standardisierten Testreihen mitgetestet werden.

Amalgam-Vergiftung

Ob eine Quecksilberbelastung durch Amalgam die Gesundheit gefährdet, ist wissenschaftlich nicht eindeutig geklärt. In der Alternativmedizin gilt Amalgam als äußerst bedenklich – das sollte man ernst nehmen. Man geht davon aus, dass das Immunsystem überlastet wird; Infektanfälligkeit, Allergien, Energielosigkeit, chronische Hautekzeme, Muskelschmerzen, Müdigkeit, Depressionen und Kopfschmerzen können damit in Verbindung stehen.

Verträglichkeit anderer Zahnfüllmaterialien

Auch andere Zahnfüllungen können ungesund sein. Empfehlenswert sind hochwertige, reine Materialien wie nahezu reines Gold oder Keramik. Achtung: Minderwertige Gold-Füllungen enthalten viel allergen wirkendes Palladium, und auch Kunststoff-Füllungen können schaden. Prothesen und Zahnklammern geben ständig Metalle wie Molybdän, Nickel, Vanadium, Chrom und Kobalt an den Organismus ab – über 1500 Metalllegierungen kommen in der Zahnmedizin zum Einsatz. Bei Zahnwurzelfüllungen wird das giftige Formaldehyd (Formalin) verwendet. Allergien sind in all diesen Fällen möglich.

Haben Sie einen entsprechenden Verdacht oder planen Sie eine große Arbeit beim Zahnarzt, kann es hilfreich sein, die Verträglichkeit der Materialien vorher auszutesten. Bedenken Sie auch: Zigarettenrauchen, Thunfischverzehr und alte Trinkwasser-Bleileitungen belasten ebenfalls stark mit Schwermetallen. Meiden Sie diese Quellen, entlasten Sie Ihre Leber, trinken Sie wenig Alkohol, treiben Sie Sport und ernähren Sie sich gesund – dann können Leber und Niere aktiv entgiften.

Diagnostik bei Verdacht auf Quecksilbervergiftung, Quecksilberallergie, Zahnplombenunverträglichkeit

Epikutantest

Beim Epikutantest (Pflastertest) werden Quecksilber- und Amalgamlegierungen sowie zahlreiche andere Inhaltsstoffe von Zahnfüllungen, Metallen und Zahnimplantaten untersucht. Am ersten Tag werden die Pflaster auf den Rücken geklebt, am dritten Tag entfernt und die Hautreaktion begutachtet. Eine Ekzembildung im Testareal führt zur Kostenübernahme einer Zahnsanierung durch die Krankenkasse; private Kassen übernehmen den Test in der Regel.

Lymphozytentransformationstest

Dieser aufwendige, auch schulmedizinisch anerkannte Blut-Test weist eine allergische Reaktion weißer Immun-Blutzellen gegenüber Quecksilber nach. Für Sie bedeutet er nur einen kleinen Pieks. Der Test kostet nach Laborpreis GOÄ (Gebührenordnung für Ärzte) zum 1,15-Satz 149,94 €.

Preise

Der Laborpreis für den Lymphozytentransformationstest liegt bei rund 155,00 €; private Krankenversicherungen übernehmen dies unter Umständen. Eine Allergiediagnostik wird in der Regel von der privaten (und auch gesetzlichen) Krankenversicherung übernommen. Ein allergologisches Test-Kit kostet je nach Testreihe zwischen rund 60 und 190 Euro. Die ärztliche Leistung wird nach der Gebührenordnung für Ärzte berechnet; Selbstzahler erhalten nach einer Erstberatung einen individuellen Kostenvoranschlag.

Blut- und Urinuntersuchung

Je nach Beschwerdebild kann eine komplette Blut- und Urinanalyse sinnvoll sein, um andere Erkrankungen auszuschließen und Gifte nachzuweisen; die privaten Krankenversicherungen übernehmen sie in der Regel. Bei Bedarf erhalten Sie zusätzlich eine schriftliche biodiagnostische Befundung mit naturheilkundlichem Therapievorschlag und psychologischen Hinweisen (nach GOÄ 25 €).

Ausleitung, Entgiftung

Ist Amalgam bei Ihnen als Krankmacher festgestellt worden, sollte es entfernt und durch gesunde Füllmaterialien ersetzt werden. Das Entfernen, ohne den Organismus mit Quecksilber zu überschwemmen, ist eine besondere Kunst und gehört in die Hände erfahrener Zahnärzte.

Häufige Fragen zu Amalgam-Unverträglichkeit

Was ist der Unterschied zwischen Amalgamallergie und Amalgamvergiftung?

Die Amalgam-Allergie ist eine Kontaktallergie und als Krankheit wissenschaftlich wie von den Krankenkassen anerkannt. Ob eine Quecksilberbelastung durch Amalgam die Gesundheit gefährdet, ist dagegen wissenschaftlich nicht eindeutig geklärt – die Diagnose Amalgamvergiftung erkennen die Krankenkassen nicht an.

Wie wird eine Amalgamallergie nachgewiesen?

Im Epikutantest (Pflastertest): Am ersten Tag werden die Pflaster auf den Rücken geklebt, am dritten Tag entfernt und die Hautreaktion begutachtet. Eine Ekzembildung im Testareal führt zur Kostenübernahme einer Zahnsanierung durch die Krankenkasse.

Welche Symptome treten auf?

Vor allem an der Mundschleimhaut: chronische Entzündungen, Erosionen, Weißverfärbungen, Brennen und Wundsein – seltener Hautveränderungen.

Welche Zahnfüllmaterialien sind verträglicher?

Empfehlenswert sind hochwertige, reine Materialien wie nahezu reines Gold oder Keramik. Vorsicht bei minderwertigen Goldfüllungen, die viel allergen wirkendes Palladium enthalten, und bei Kunststofffüllungen.

Was kann man selbst tun?

Auch Zigarettenrauchen, Thunfischverzehr und alte Trinkwasser-Bleileitungen belasten stark mit Schwermetallen. Diese Quellen meiden, wenig Alkohol trinken, Sport treiben und sich gesund ernähren – dann können Leber und Niere aktiv entgiften. Siehe auch Allergologie.

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